Einfach und zuverlässig zur Sonnenenergie

Welche Leistungsklasse passt am Besten zu Dir?

In diesem Artikel betrachten wir das Thema Leistungsklassen mal etwas genauer. Was ist das überhaupt?

Die Wahl der richtigen Leistungsklasse für deine Photovoltaikanlage

Lass uns heute mal über ein Thema sprechen, das oft für Stirnrunzeln und Sorgenfalten sorgt: die richtige Wahl der Leistungsklasse deiner PV-Anlage. Einfach gesagt: Wie viel kWp ist gut für mich? Die Frage kommt früher oder später bei jedem auf, der mit dem Gedanken spielt in Photovoltaik zu investieren. Und es ist auch klar, dass das ganze mit viel recherche Aufwand verbunden ist. Sollte man dem Angebot des Anbieters trauen?

Keine Sorge, wir gehen das jetzt zusammen Schritt für Schritt durch. Dann wirst du eine Entscheidung treffen können –  ohne Schreikrampf und Tränen! Also, lehn dich zurück, hol dir noch ’ne Tüte Chips aus dem Schrank, wir tauchen ein in die Welt der am häufigsten gestellten Frage: Wie viel Watt brauch ich denn jetzt?

Leistungsklassen von PV-Modulen

Und wir fangen direkt mit einem herben Dämpfer an, den keiner hören will. Es kommt drauf an. Worauf? Klären wir später…

Zuerst mal die Basics: Solarmodule gibt es in verschiedenen Leistungsklassen, und das ist nichts anderes als die maximale Wattzahl, die sie unter optimalen Bedingungen liefern können. Typischerweise liegen die meisten Module heute irgendwo zwischen 300 und 450 Watt pro Modul. Jetzt fragst du dich vielleicht: „Solarmodul 300 Watt, oder Solarmodul 450 Watt? Was macht das für einen Unterschied? 100 Watt pro Modul können über die Jahre natürlich einen großen Unterschied machen. Je mehr Module auf dem Dach, desto größer ist der Etragsunterschied.

Wenn du nur begrenzten Platz auf deinem Dach hast, möchtest du logischerweise so viel Strom aus jedem Modul herausquetschen wie es geht. Hier kommen die leistungsstärkeren Module ins Spiel. Module mit über 400 Watt schaffen es, mehr Energie pro Quadratmeter zu erzeugen. Wenn du also auf deinem Dach nur wenig Platz hast und jeden Sonnenstrahl optimal nutzen willst, sind die Module mit der höchsten Leistung pro Fläche eigentlich die richtige Wahl. Die Betonung liegt hierbei auf „eigentlich“.

Denn das macht jetzt folgende Frage auf: „Warum nimmt dann nicht jeder einfach die Module mit der höchsten Leistung?“ Die Antwort ist – wie immer – eine Frage des Preises. Je höher die Leistung der Module, desto teurer sind sie in der Regel. Wenn du aber mehr Platz auf dem Dach hast, kannst du auch mit Modulen in einer niedrigeren Leistungsklasse gute Ergebnisse erzielen, ohne dein Budget zu sprengen. Der Unterschied zwischen einem 300-Watt-Modul und einem 450-Watt-Modul kann sich im Preis schon ordentlich bemerkbar machen, und manchmal ist es wirtschaftlicher, einfach ein paar mehr Module zu installieren, wenn du den Platz hast.

Wie viel Strom benötigst du?

Also, bevor du jetzt nach 460 Watt Modulen googlest und diese sofort bestellst, solltest du dir eine Frage stellen: Wie viel Strom brauchst du wirklich vom Dach?  Der durchschnittliche Stromverbrauch eines 4-Personen Haushalts liegt etwa zwischen 3.000 bis 5.000 kWh Strom im Jahr. Wenn du also wissen möchtest, wie viel Leistung deine Anlage haben sollte, um diesen Bedarf zu decken, kannst du dich an der Faustregel orientieren: Pro installiertem Kilowatt Peak (kWp) produziert deine Anlage zwischen ungefähr 900 und 1.000 kWh Strom im Jahr. Das heißt, wenn du eine Anlage mit etwa 4 kWp installierst, kannst du davon ausgehen, dass sie rund 3.600 bis 4.000 kWh im Jahr produziert – also ziemlich genau das, was du brauchst. Allerdings dürfen wir auch nicht vergessen, dass eine PV-Anlage lediglich tagsüber Strom produziert. Wenn du also früh Morgens, spät Abends oder in der Nacht strom brauchst – und das brauchen wir alle – dann kann dieser Strom nicht direkt von deiner PV-Anlage kommen. Heißt jetzt was? Du beziehst den Strom doch aus dem Hauptnetz. Es sei denn, man installiert einen Heimspeicher. Dieser Speichert den Strom den deine PV-Anlage tagsüber produziert. Denn gerade im Sommer kann es häufig dazu kommen, dass deine Anlage gerade mehr produziert, als du verbrauchst. Also geht der „überschüssige“ Strom in deinen Speicher. Deine Elektrogeräte nutzen dann den gespeicherten Strom, wenn deine PV-Anlage aufgrund der Lichtverhältnisse gerade keinen Strom produziert.

Kurzer Einschub: Wie kommst du auf diese 4 kWp? Easy: Schau dir die Wattzahl der Module an und multipliziere sie mit der Anzahl der Module, die du installieren möchtest. Wenn du zum Beispiel 10 Module mit je 400 Watt installierst, hast du eine Anlage mit 4 kWp. 1 kWp sind nämlilch 1 Kilowatt, also 1000 Watt. Das p in kWp steht dabei für „Peak“ (engl. Höhepunkt)  kWp = Kilowatt-Peak = Die maximale Leistung in Kilowatt, die das Modul unter optimalen Bedingungen liefert.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil bei der Entscheidungsfindung: Wie sieht’s mit der Zukunft aus? Willst du vielleicht in ein paar Jahren noch ein Elektroauto laden? Oder eine Wärmepumpe installieren? Dann könnte es sinnvoll sein, von Anfang an mehr Leistung zu installieren, damit du für zukünftige Erweiterungen gewappnet bist. Wäre ja schon ärgerlich, wenn du in fünf Jahren merkst, dass du nur einen kleinen Teil deines Verbrauchs mit deiner Anlage deckst.

Die Qualität der Solarmodule

Ein weiterer Punkt, den du nicht unterschätzen solltest, ist die Qualität der Module. Nicht jedes Modul bringt die Leistung, die auf dem Papier steht, über die volle Lebensdauer. Deshalb ist es wichtig, nicht nur auf die nackte Wattzahl zu schauen, sondern auch auf die Leistungsgarantie, die der Hersteller bietet. Die meisten guten Module verlieren über die Jahre ein bisschen an Leistung, aber nach 25 Jahren sollten sie immer noch mindestens 80 % ihrer ursprünglichen Leistung bringen. Das heißt, selbst wenn du heute eine Anlage mit 4 kWp installierst, kannst du sicher sein, dass sie auch in 20 oder 25 Jahren noch eine solide Strommenge liefert.

Fazit

Aber genug der Theorie, genug des geschwafels. Was bedeutet das jetzt für dich? 

Wir haben das anhand von Zahlen mal versucht in eine Art Fausformel umzumünzen, die jeder auf seine Bedürfnisse projizieren kann. Wichtig ist, dass die Anlage groß genug ist, um deinen Strombedarf sinnvoll zu decken, aber nicht unnötig überdimensioniert wird. Lass dich nicht von höheren Anfangsinvestitionen abgeschrecken.

Dazu möchten wir dir eine einfache Frage stellen: Wenn du eine Aktie mit 20 Prozent garantierter Rendite kaufen könntest, die aber 20.000,00 € kostet, würdest du dann lieber die mit 8.000,00€ deutlich günstigere Aktie, mit 8% Rendite kaufen? Wahrscheinlich nicht.

Rechenbeispiel

Mit einer verfügbaren Dachfläche von 40 m² und Modulen mit einer Leistung von 450 W pro Modul passen 20 Module auf das Dach. Das ergibt eine Gesamtleistung von 9 kWp.

Für die optimale Auslegung ist es wichtig zu wissen, wann der Strom bei dir hauptsächlich verbraucht wird:

  • Verbraucht ihr tagsüber viel Strom (z. B. Homeoffice, elektrische Geräte, Wärmepumpe), könnt ihr einen hohen Eigenverbrauch auch ohne Speicher erzielen.
  • Liegt der Verbrauch vor allem morgens oder abends, kann ein Speicher die Wirtschaftlichkeit deutlich erhöhen.

Anlagengröße: Die Dachfläche reicht für ca. 9 kWp.

Erzeugung der Anlage: Eine 9-kWp-Anlage produziert in Deutschland etwa 9.000 kWh im Jahr (je nach Standort und Ausrichtung).

Eigenverbrauch ohne Speicher: Durchschnittlich kannst du ohne Speicher etwa 30 % des erzeugten Stroms selbst nutzen, also ca. 2.700 kWh. Die restlichen 6.300 kWh werden eingespeist.

Eigenverbrauch mit Speicher: Mit einem Speicher steigt der Eigenverbrauch auf etwa 60 %, das wären ca. 5.400 kWh. Eingespeist würden dann nur noch 3.600 kWh.

Wirtschaftlichkeitsberechnung:

Ohne Speicher:

  • Eingespeiste Strommenge: 6.300 kWh × 0,08 €/kWh = 504 € Vergütung im Jahr.
  • Eingesparter Strom durch Eigenverbrauch: 2.700 kWh × 0,30 €/kWh = 810 € Ersparnis.
  • Gesamtersparnis: 504 € + 810 € = 1.314 € pro Jahr.

Mit Speicher:

  • Eingespeiste Strommenge: 3.600 kWh × 0,08 €/kWh = 288 € Vergütung im Jahr.
  • Eingesparter Strom durch Eigenverbrauch: 5.400 kWh × 0,30 €/kWh = 1.620 € Ersparnis.

Gesamtersparnis: 288 € + 1.620 € = 1.908 € pro Jahr.

Mit diesen Zahlen kannst du ermitteln, welche Anlagengröße für dich sinnvoll ist. Achte darauf, dass die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht: Zu große Anlagen verursachen unnötig hohe Anfangsinvestitionen, zu kleine nutzen das Potenzial deines Daches möglicherweise nicht aus. Ein Speicher kann je nach Verbrauchsverhalten und Zielsetzung eine sinnvolle Ergänzung sein. Mittlerweile ist er das aufgrund der stark gesunkenen Preise eigentlich fast immer. So planst du nachhaltig und wirtschaftlich.

Am Ende des Tages kommt es darauf an, dass deine Anlage zu deinem Haus, deinem Verbrauch und deinem Budget passt. Die höchste Leistungsklasse ist nicht immer die beste Wahl.

Wenn du jetzt noch Fragen hast oder nicht sicher bist, wie viel Leistung du brauchst – kein Problem! Wir stehen dir gerne zur Seite und helfen dir dabei, die optimale Leistungsklasse für deine PV-Anlage zu finden.

Dein Team von PV Eigenbau

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